Ob Familie, Gesundheit, Liebe, oder Reichtum – jeder Mensch hat seine eigene, persönliche Vorstellung von „Glück“. Aber so unterschiedlich wir in diesem Punkt auch denken mögen, eines ist uns allen gemein: das Streben nach dem Gefühl, das wir Glück nennen. Aus diesem Grund riefen die Vereinten Nationen im Jahr 2012 den Weltglückstag ins Leben, der heute bereits zum 7. Mal begangen wird.

Doch welche Facetten hat das Glück eigentlich? Welche chemischen Prozesse löst es bei uns aus? Und wie können wir unser Glück beeinflussen? Im Folgenden wollen wir dieses dem Menschen seit jeher ureigene Gefühl einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Zuallererst: Was ist Glück?

Formal wird Glück definiert als „etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist“, „besonders günstiger Zufall“ oder „günstige Fügung des Schicksals“. Der Duden liefert außerdem folgende Definition: „angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat“, ein „Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung“ also.

Konkreter kann es nicht werden. Vielmehr hat Glück und Glücklichsein für jeden Menschen eine individuelle Bedeutung.

Was macht uns glücklich?

Ob es nun das neue Traumhaus ist, eine eiserne Immunabwehr, treue Freunde oder richtig viel Geld. Auf die Frage was uns glücklich macht, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Glück ist immer subjektiv und liegt im Auge des Betrachters. Jeder Mensch definiert und findet sein Glück auf eine andere Weise.

Studien der Glücksforschung haben ergeben, dass es aber Faktoren gibt, die maßgeblich für unser subjektives Wohlbefinden verantwortlich sind.

Diese Glücksfaktoren sind:

  1. Familie, Soziale Beziehungen
  2. Physische und psychische Gesundheit
  3. Befriedigende Tätigkeit / Sinn im Leben
  4. Persönliche Freiheit
  5. Innere Haltung
  6. Einkommen zur Befriedigung der materiellen (physischen) Grundbedürfnisse

Wie und wo entsteht Glück eigentlich?

Die Botenstoffe des Glücks

Was passiert eigentlich in unserem Körper, wenn wir glücklich sind?

Glück entsteht in unserem Gehirn. Im Belohnungszentrum des Gehirns werden Glückshormone ausgeschüttet – sie sind die Botenstoffe unseres zentralen Nervensystems.

Die Verantwortlichen des Glücks heißen Serotonin, Dopamin, Endorphin und sind Neurotransmitter. Sie geben die Informationen („das Glück“) von einer Nervenzelle zur anderen weiter.

Glücksbote #1: Serotonin reguliert zahlreiche Körpervorgänge und spielt eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit dem Wohlbefinden. Serotonin ist auch als „Wohlfühlhormon“ bekannt; es reguliert die innere Ausgeglichenheit und beeinflusst den Schlaf- und Wachrhythmus. Serotonin sorgt dafür, dass Informationsprozesse im Gehirn richtig ablaufen.

Glücksbote #2: Dopamin veranlasst unser Gehirn dazu, besser zu funktionieren und die Konzentration und Handlungsbereitschaft zu steigern. Es bewirkt eine eher längerfristige Motivationssteigerung und Antriebskraft in unserem Körper. Die Ausschüttung dieses Glückshormons beeinflussen Umstände, die einen glücklich machen, wie z. B. Sport, Hobbies, soziale Interaktionen usw. Es vermittelt dabei positive Gefühlserlebnisse („Belohnungseffekt“), weswegen Dopamin – so wie auch Serotonin – als Glückshormon gilt. Außerdem sorgt es für das Gefühl der Vorfreude.

Glücksbote #3: Endorphine sind vom Körper selbst produzierte Morphine, die schmerzlindernd wirken. Sie setzen sich auf besonderen Rezeptoren fest und blockieren so die Übertragung von Schmerzsignalen, sodass man bei Verletzungen erst einmal keine Schmerzen spürt. Werden großen Mengen an Endorphinen freigesetzt, lösen sie Euphorie aus. Sportliche Aktivitäten oder positive Erlebnisse können ebenfalls dazu führen, dass Endorphine ausgeschüttet werden. Der Begriff Endorphin ist übrigens eine Wortkreuzung aus endogen und Morphin, also ein vom Körper selbst produziertes Schmerzmittel.

Gene haben einen großen Einfluss auf unser Glücksempfinden. Forscher gehen davon aus, dass Gene für circa 50 Prozent des Glücksempfindens verantwortlich sind und dass es eine gewisse genetische Veranlagung dafür gibt, ob jemand eher zu der optimistischen oder mehr zu der pessimistischen Sorte Mensch gehört.

Aber das sollte einen nicht davon abhalten, sein Glück selbst in die Hand zu nehmen.

Wie können wir unser Glück selbst beeinflussen?

Egal wie man es dreht und wendet, Glück bleibt eine Frage der Einstellung. Jeder von uns ist „seines Glückes Schmied“. Wenn man seine Sicht auf die Dinge ändert, kann man sich sein Glück selbst greifen. Glücklichsein lässt sich trainieren, meinen Forscher. Für die tägliche Portion Glücksgefühle kann man sogar ganz einfach selbst etwas tun.

Tipps fürs Glücklichsein:

  • Dem Körper Gutes tun. Sport kurbelt die Glückshormonproduktion an und wirkt motivierend. Aber auch Entspannung und eine gute Portion Schlaf fördern unsere Zufriedenheit. Wie viel Schlaf wir bekommen, beeinflusst nicht nur, mit welcher Laune wir morgens in den Tag starten, sondern auch aus welcher Perspektive wir die Ereignisse des Tages betrachten.
  • Lächeln. Lachen ist ansteckend – Glück ebenso. Außerdem ist Lachen gesund und stärkt die Immunabwehr. Es befreit Gefühle und setzt Glückshormone frei. Sogar, wenn wir einfach ohne Grund lächeln – probieren Sie es mal! 🙂
  • Anderen helfen und Gutes tun. Geld, das für andere ausgegeben wird, macht glücklicher. Außerdem fokussieren sich glückliche Menschen nicht auf sich selbst. Sie denken mehr an andere als an sich selbst. Menschen, die gerne teilen, sind glücklicher. Geteilte Freude ist doppelte Freude!
  • Sinn im Leben. Wenn wir in unserem Tun einen Sinn sehen, dann geht es uns gut. Das Sinnstiften muss nicht zwangsläufig auf der Arbeit geschehen, sondern kann sich auch in einem erfüllenden Hobby oder dem Einsatz für andere äußern.
  • Dankbar sein. Für das, was man hat, und das, was man nicht hat! Auch bei Misserfolg sollte man sich klar werden: schlimmer geht es immer!
  • Enge Beziehungen, harmonische stabile Partnerschaften und Zeit mit Familie und Freunden verbringen, fördert unser Glück enorm. Denn erst Beziehungen machen unser Leben lebenswert.
  • Erwartungshaltung ändern. Viele von uns stellen zu hohe Erwartungen: an unsere Freunde, an den nächsten Urlaub, an die bevorstehende Hochzeit (die bloß perfekt zu laufen hat) und vor allem an sich selbst. Da diese Erwartungen oftmals nicht mit der Realität übereinstimmen, empfinden wir Unzufriedenheit, nörgeln und kritisieren. Dabei entgeht uns aber der Blick aufs große Ganze. Es muss nicht perfekt laufen, damit es uns glücklich machen kann. Es geht vielmehr darum, die Vorfreuden und die Momente zu genießen. Wenn wir lernen, über Missgeschicke oder Pech zu lachen, dann werden wir auch schwierige Situationen besser meistern können.
  • Glückliches Denken. Glückliche Gedanken helfen, das Auge für die guten Dinge zu schärfen, die einem im Leben widerfahren. Eine optimistische Sichtweise trägt dazu bei, Glücksmomente bewusster und häufiger wahrzunehmen. Denn, wie ein berühmter römischer Philosoph sagte: „Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab. Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.“ (Marc Aurel).

Warum sich Glücklichsein lohnt

Lebenszufriedenheit wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Studien belegen, dass glückliche Menschen länger leben und weniger krank werden. Ihr Immunsystem ist stärker. Darüber hinaus erleiden sie seltener Schlaganfälle oder Herzinfarkte.

Es gibt so viele Dinge, die glücklich machen können und oft sind sie zum Greifen nah! Wir müssen also nur die Augen offen halten und Chancen nutzen, wenn sie uns über den Weg laufen. Vielleicht schon diesen Freitag beim EuroJackpot?

Einen schönen Weltglückstag!

 

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